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Wetterrückblick

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21. September 2026 | Wetterrückblick|0|

Schillingsfürst | Der vergangene Sommer war für Sonnenanbeter und Badehungrige eine einzige Wonne. Doch die Ansammlung von zahlreichen neuen Wetterrekorden, vor allem bei den Temperaturen und dem Sonnenschein, löste bei Hobbygärtnern und in der Landwirtschaft nur noch sorgenvolles Stirnrunzeln aus. Doch auch für andere war die große Hitze mitunter unerträglich geworden.

Ein lauer Sommerabend in Rothenburg ob der Tauber

Mit einer Mitteltemperatur von 20,0 Grad war der Sommer um 2,2 Grad zu warm und damit der heißeste Sommer nach dem »Jahrhundert-Sommer« von 2003. Allerdings ist seitdem die Wetterstation von Wörnitz-Bottenweiler nach Feuchtwangen verlegt worden, was einen Vergleich schwierig macht. Anders sieht es in Rothenburg aus, wo der Sommer mit einer Mitteltemperatur von 20,9 Grad sogar noch um ein Zehntel Grad heißer war als 2003. Alle 3 Sommermonate aus diesem Jahr sind unter den Top 15 der heißesten Sommermonate nach dem Krieg zu finden. Während die Tage im Schnitt ein Rekord-Maximum von 28,0 Grad bescherten (wie 2003!), waren die Nächte wegen der fehlenden Wolken am Boden sogar um 0,2 Grad zu kalt. Ende Juni gab es fast täglich neue Rekordtemperaturen, die am 27. des Monats in 38,4 Grad gipfelten; einem neuen absoluten Hitzerekord für unsere Region. Doch auch im Juli und August gab es tagelang Extremwerte. So verwundert es nicht, dass 7 der 20 heißesten Sommertage in 2026 zu finden sind. So kamen heuer 14 »Wüstentage«  mit Höchstwerten über 35 Grad zusammen. Zum Vergleich: Von 1950 bis 2000 gab es in einem halben Jahrhundert nur 10 solch heiße Tage. Ein solcher Tag im Sommer wäre inzwischen normal. Ferner zählte man 82 warme Tage über 20 Grad (plus 11 Tage), 61 Sommertage über 25 Grad (+ 21 Tage); mehr waren es nur 2018 (64), 2022 (67) und 2003 (76). Mit 37 Tropentagen über 30° gab es einen neuen absoluten Rekord (+ 26 Tage; bisher 30 Tropentage im Sommer 2015). Erstmals wurden in einem Sommer auch 4 Tropennächte gezählt, in denen das Thermometer nicht unter 20 Grad absinkt; bisher waren 2 solche Nächte in 2013 und 2019 das Maß der Dinge. Bis zum Jahr 2003 hatte es hierzulande keine einzige Tropennacht gegeben; seitdem waren es 15 (4 davon in 2026). Auch gab es direkt über dem Erdboden ein Novum: Dort wurden am Morgen des 16. Aug. 20,0° als Minimum abgelesen, so etwas hat es noch nie gegeben; der bisherige Höchstwert lag bei 19,2° vom 1.8.2018. Weitere zum Teil exorbitant neue Rekordtemperaturen gab es unter der Erdoberfläche. Im Einzelnen waren dies: 39,8° in 10 cm Tiefe (bisher 2015: 37,5°), 34,5° in 20 cm (bisher 2025: 31,3°), 27,1° in 50 cm (bisher 2003: 26,8°) und sagenhafte 21,8° in 1 Meter Tiefe (bisher 2018: 20,6°).

Ein warmer Sommerabend am Rothenburger Marktplatz

Kommen wir zum Sonnenschein, der mit 888 Stunden das zweitbeste Ergebnis der Historie (nach 920 Stunden in 2022) brachte; noch vor dem Hitzesommer 2003 mit 885 Stunden. Die Sonne schien heuer 26 % oder 183 Stunden mehr als üblich. Vor allem der Juli war mit 324 Sonnenstunden der 3.sonnigste Sommermonat in den letzten 81 Jahren (nach dem Juni 2023 und dem Juli 2006). Im Schnitt schien die Sonne jetzt 9,65 Stunden pro Tag. Den maximalen Sonnenschein bescherte der 24. Juni mit 15 Stunden und 22 Minuten; das war der 11.sonnigste Tag der Historie. Statt 3 gab es heuer nur einen einzigen Tag ohne Sonnenstrahl und nur an 17 Tagen schien die Sonne weniger als 6 Stunden lang; das wird nur noch vom Hitzesommer 2003 mit lediglich 12 solchen Tagen getoppt. Andererseits schien das Fixgestirn gleich an 47 Tagen länger als 10 Stunden, was nur 2022 (56 Tage) und 2002 (49 Tage) noch häufiger der Fall war. An 18 Tagen schien die Sonne sogar länger als 14 Stunden, womit die Bestmarken aus den Jahren 2022 und 2025 (je 17 Tage) schon wieder der Vergangenheit angehören. Statt 17 gab es heuer gleich 35 heitere Tage; der Bestwert lag bisher bei 31 heiteren Tagen im Sommer 2022. Dem standen nur 11 trübe Tage gegenüber; weniger waren es nur 1983 (9) und 2018 (6).

Womit wir beim Niederschlag wären, der lange auf sich warten ließ. Bis Mitte August herrschte eine große Dürre und Trockenheit. Dann fiel innerhalb von 2 Wochen so viel Regen, wie zuvor von Mitte Mai bis Mitte August in einem Vierteljahr. Am Ende waren es 157,4 Liter und damit 31 % oder 72 Liter zu wenig. Seit 1945 gab es nur 12 noch trockenere Sommer. Bis Mitte August waren es nur 80 Liter, was am Ende den 2. trockensten Sommer nach 2018 (nur 62 Liter) bedeutet hätte. Bislang gab es nur 10 noch trockenere Sommermonate als den diesjährigen Juli mit 20,2 Liter. Statt 42 zählte man heuer nur 33 Niederschlagstage. An 20 Tagen zogen insgesamt 35 Gewitter über das Land; die Bestmarke liegt hier bei 37 Gewittern. Auch wurden nur 3 Nebeltage protokolliert; weniger waren es zuletzt 1979 (2 Tage). Die Luftfeuchtigkeit war so niedrig, dass diese in den letzten 2 Jahrzehnten nur von 2022 unterboten wird. Mit 14 % am 15. August wurde der Minimum-Rekord aus dem Sommer 2007 egalisiert. 

Gemessen an den durchschnittlichen täglichen Windspitzen (36,7 km/h) war der Sommer 2026 der windigste seit 2012 (damals 40 km/h). Die Spitzenböe von 74,5 km/h wurde am 26. August bei einem Gewitter registriert. Insgesamt brachte der Sommer 30 Tage mit Windstärke 6 und 2 Tage mit Sturmstärke 8. 

Heinz Meyer

Titelbild & Foto im Text : Ein lauer Sommerabend in der Altstadt von Rothenburg ob der Tauber @ Julia Ploch


Icon Sonnenscheindauer
Sonnenstunden
888,0 Stunden
183 Stunden zu viel


Niederschlag Icon
ø-Niederschlag
157,4 Liter
72 Liter zu wenig


Icon Spitzenböe
Stärkste Windböe
74,5 km/h
am 26. August 2026


Icon Temperatur
ø-Temperatur
20,0 C°
2,2 Grad zu warm


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