SCHILLINGSFÜRST | Bis Mitte August herrschte extremer Hochsommer mit Rekordwerten, großer Dürre und anhaltendem Sonnenschein, doch dann legte Petrus den Hebel um in Richtung Frühherbst mit ungewohnter Kühle, großen Regenmengen und nur noch moderatem Sonnenschein.

Am Ende stand mit einer Mitteltemperatur von 20,6 Grad der 3. heißeste August nach 2003 (22,7°) und 1992 (20,8°) zu Buche. Es war schon der siebte zu warme Monat in Folge; der Temperaturüberschuss betrug beachtliche 2,4 Grad. Vor allem die Tage waren jetzt im Schnitt 28,1 Grad warm, was nur vom August 2003 überboten wird (damals sogar 30,1 Grad). Es wurden 4 Tage mit einer Höchsttemperatur jenseits der 35-Grad-Marke beobachtet; mehr waren es nur im Hitzesommer 2003 (8 Tage). Vier der 10 heißesten Augusttage fanden jetzt in 2026 statt. Wie stark es am Ende in Richtung Herbst ging, zeigt die Tatsache, dass die erste Monatshälfte mi einem Temperaturmittel von 23,1 Grad abschloss, während es die 2. Hälfte nur noch auf 17,8° brachte. Nur 6 Tage blieben jetzt zu kalt; 25 Tage lagen über dem Schnitt. Mit einem Maximum von 37,0° bescherte der 15. August (letzter Tag des Hochsommers) den Hitze-Peak. Die darauf folgende Nacht war mit einem Minimum von 20,8° die 2. wärmste je gemessene Augustnacht (nach dem 1.8.2018 mit 21,7°). Auch der 5. August hatte schon eine Tropennacht beschert; zwei davon in einem Monat gab es noch nie. Auch in dieser Hinsicht fanden jetzt drei der 12 wärmsten Augustnächte in diesem Sommer statt. Jetzt wird es rekordverdächtig: Der 16. August bescherte nicht nur in der Luft eine Tropennacht, sondern auch direkt über dem Erdboden. Dort wurde mit einem Minimum von exakt 20° die erste Tropennacht der Wetterhistorie, die bis 1945 zurückreicht, gemessen. Absolute Rekordwerte gab es auch unter der Erdoberfläche. Explizit seien die Werte in 10 cm Tiefe (37,1°…bisher 34,6°), in 20 cm Tiefe (31,9°…bisher 30,1° und in einer Tiefe von einem Meter genannt (sagenhafte 21,8°; bisher 2018: 20,6°). Über den Monat hinweg zählte man 27 warme Tage über 20 Grad (einer mehr als üblich), 20 Sommertage über 25 Grad (plus 5) und 13 Tropentage über 30 Grad (plus 9 Tage); nur in drei Jahren waren es noch mehr (2003, 2015 und 2018). Dazu gesellten sich 16 laue Sommernächte (6 mehr als üblich). Insgesamt ist das laufende Jahr bislang das 3. wärmste hinter 2007 und 2024.

Der Niederschlag war schlecht verteilt: Regnete es bis zur Monatsmitte nur 2,1 Liter, wodurch sich die große Trockenheit zunächst fortsetzte, so schüttete es danach manchmal wie aus Kübeln, so dass am Ende 80,3 Liter zusammen kamen, wodurch der Sommerabschlussmonat noch um 13% oder 9 Liter zu nass ausfiel. Es war der erste zu nasse Monat dieses Jahres seit Februar. Mit einer Luftfeuchtigkeit von nur 14% am 15. August wurde die bisherige Bestmarke aus dem Jahr 2007 egalisiert.
Die Sonne schaffte es auf 282,1 Stunden, was einem „Mehr“ von 21% oder 60 Stunden entspricht. Damit reihte sich der Monat an 5. Stelle der sonnigsten Augustmonat ein (hinter 1947, 2003, 2022 und 2025). Sonnigster Tag war dabei der 2. August mit 14 Stunden und 24 Minuten Sonnenschein. Zusammen mit dem 03. August 2022 war dies der sonnigste Augusttag seit Beginn der Messungen. Es gab keinen einzigen Tag ohne Sonne und nur 5 Tage mit weniger als 6 Stunden Sonnenschein; nur 2003 waren es noch zwei Tage weniger. Dem standen 14 Tage mit mehr als 10 sonnigen Stunden gegenüber; davon 3 Tage mit mehr als 14 Stunden, wodurch der bisherige Bestwert egalisiert werden konnte. Neben 3 trüben wurden gleich 13 heitere Tage festgehalten; mehr waren es nur 2003 (16) und 1973 (17).
Ferner fiel der August durch das stärkste Windmittel seit 2012 auf. Mit 74,5 km/h am 16. August notierte man die heftigste August-Böe seit 2014 (damals 76,7 km/h). Darüber hinaus wurde der häufigste Nordostwind seit Messbeginn registriert, während der Wind seit 2011 nicht mehr so selten aus Nordwest blies.
Titelbild & Bilder im Text: Sommer in Rothenburg ob der Tauber © Sandra Lieb, LAG Region an der Romantischen Straße e. V.
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ø-Temperatur
20,6 C°
2,4 Grad zu warm
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Niederschlag insgesamt
80,3 Liter
9 Liter zu wenig
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Sonnenschein
282,1 Stunden
60 Stunden zu viel
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Stärkste Windboe
74,5 km/h
am 16. August 2026
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