SCHILLINGSFÜRST | Endlich mal wieder ein Winter, der seinem Namen alle Ehre machte. Zwar war er erneut zu mild, doch sparte er in seinen kalten Phasen nicht mit Schnee, Eis und Sonnenschein. Am Ende stand der schneereichste Winter seit fünf Jahren und der drittsonnigste nach dem Zweiten Weltkrieg zu Buche. Darüber hinaus waren auch andere Parameter außergewöhnlich

Mit einem Temperaturmittel von plus 1,2 Grad war die Jahreszeit um 0,8 Grad zu mild, da nur der Januar überdurchschnittlich kalt war. Seit 1945 gab es schon 17 noch wärmere Winter. Herausragend war der 27. Februar mit einer Höchsttemperatur von exakt 20 Grad; es war der zweitwärmste Wintertag seit Messbeginn vor 81 Jahren. Andererseits brachte der 22. Januar mit einem Maximum von nur minus 5,9 Grad den kältesten Wintertag seit 2021. Die wärmste Winternacht bescherte der 8.12. mit einem Minimum von 9,4 Grad; nur sechs Winternächte waren bislang noch milder ausgefallen. Der Kältepol datierte vom 11. Januar mit minus 15,3 Grad in der Luft und minus 21,8 Grad über dem Boden. Die ganze Jahreszeit brachte 73 Tage mit Bodenfrost (4 Tage mehr als üblich), 63 Tage mit Luftfrost (+ 4), 13 Eistage mit Dauerfrost (minus 9 Tage) und besagten warmen Tag zum Winterausklang. Auch unter dem Erdboden wurden Temperaturen wie schon lange nicht mehr gemessen.
Mit 191,8 Liter Niederschlag war der Winter um 16 Prozent oder 25 Liter zu trocken, obwohl der Februar allein mehr als 100 Liter gebracht hatte. Statt 54 gab es dieses Mal nur 48 Niederschlagstage; noch weniger waren es nach der Jahrtausendwende nur 2008 (41 Tage). An 64 Tagen wurde Dunst beobachtet: Das ist ein neuer Rekord, waren doch bisher 60 Tage aus dem Winter 2016/17 das Maß der Dinge. In der Folge gab es auch 36 Nebeltage; mehr waren es zuletzt 1989 (44 Tage). An den letzten 21 Tagen im Februar gab es an den heimischen Flüssen ein Hochwasser der Stufen 1 bis 2. Gezählt wurden heuer 16 Schneetage und 11 Tage mit Schneeregen. Dies führte an 57 (statt 48) Tagen zu einer Schneelage; mehr waren es zuletzt im Winter 2020/21 (73 Tage). An 35 Tagen fand man eine geschlossene Schneedecke vor. Die maximale Schneehöhe wurde mit 18 Zentimeter am 26. Januar gemessen; es war die höchste Schneedecke seit Januar 2021. Auch war es der schneereichste Winter seit dieser Zeit. An 50 Tagen lag der Schnee mindestens einen Zentimeter hoch (plus 11 Tage); an 15 Tagen waren es mindestens 10 Zentimeter. Im gesamten Winter fielen 88 cm Neuschnee; in den letzten 13 Jahren fiel nur 2018 (99 cm) und 2021 (124 cm) mehr Schnee. Der Neuschnee verteilte sich auf 28 Tage und bescherte mit 18 cm am 26. Januar den höchsten Neuschneezuwachs seit dem schneereichen Winter 2010/11. Nach der Jahrtausendwende gab es nur 2021 (21 cm) und 2002 (24 cm) mehr Schneefall binnen 24 Stunden.

Trotz eines trüben Februars ergab sich eine Sonnenscheindauer von 240,5 Stunden; das sind 40 Prozent oder 69 Stunden mehr als gewohnt. Der Dezember und der Januar schoben sich dabei unter die Top 30 der sonnigsten Wintermonate seit Kriegsende. Der vorletzte Wintertag brachte mit zehn Stunden und 8 Minuten den meisten Sonnenschein; nur vier Wintertage waren bislang noch sonniger. 28 Tage blieben ohne Sonnenschein; das sind 12 Tage weniger als die Norm. Dem standen 20 Tage mit mehr als sechs Sonnenstunden gegenüber, was nur vom Winter 2016/17 mit 22 solchen Tagen noch getoppt wird. Elf heiteren standen 55 trübe Tage gegenüber.
Gemessen an den täglichen Spitzengeschwindigkeiten erlebte die Region den windschwächsten Winter seit 20 Jahren. Nur an 18 Tagen wurde Windstärke 6 erreicht; das ist der niedrigste Wert seit 15 Jahren. Erstmals seit 1972 wurde keine Windstärke 8 erreicht. Die jahreszeitliche Spitzenböe brachte der 9. Januar mit 60,5 km/h; ein noch niedrigerer Wert wurde zuletzt ebenfalls vor 54 Jahren gemessen (damals 60 km/h). Im letzten halben Jahrhundert blies nur 2018 noch weniger Wind aus Nordwest; dafür gab es jetzt den häufigsten Südostwind seit 1966.
Titelbild: Sonniger Wintertag in Colmberg © Julia Ploch
Bilder 1 im Text : Winter nahe des Weihers und des Golfplatz in Colmberg © Julia Ploch | Rehe unter der Burg Colmberg: Bildbeschreibung © Julia Ploch
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ø-Temperatur
1,2 C°
0,8 C° zu mild
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ø-Niederschlag
191,8 Liter
25 Liter zu wenig
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Sonnenschein
240,5 Stunden
69 Stunden mehr als üblich
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Maximale Spitzenboe
60,5 km/h
am 09. Januar 2026
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